
Sonntag, 31. März 2019
Kein Wölkchen am Himmel, kein Wind und bereits knapp 25 Grad. Besser konnte der Tag nicht beginnen. Die Meldung von Meteoschweiz kam in diesem Moment eigentlich gerade zum richtigen Zeitpunkt, um uns auf den kalten Boden der Schweizer Realität zurück zu holen: „Warnung, mässiger Bodenfrost in der Nacht, 0 bis -4 Grad!“ Und tatsächlich, auch die Wetterprognose für die kommende Woche sagt effektiv Schneefall bis ins Flachland voraus... In dem Moment wollten wir wirklich vorerst hier bleiben!
Damit war die Übung „Koffer packen“ lanciert. Natürlich habe ich persönlich noch immer kein Rezept gefunden, wie man all die Wäsche, Kleider, Schuhe und übrigen Sachen erfolgreich in den notorisch zu kleinen Koffer stopft. Beim fast gewaltsamen Schliessen dachte ich unweigerlich an die Tube mit Zahnpasta im Necessaire - wenn das nur gut geht. 22.65 Kg und damit knapp unter der magischen und maximal zulässigen Grenze für die Swiss Economy - yes!
Die Fahrt zurück nach Miami über die Interstate 75 ist immer wieder eindrucksvoll. Eigentlich ganz einfach: 80 Kilometer schnurgerade nach Süden, dann eine Linkskurve bei Naples und dann 100 Kilometer schnurgerade nach Osten. Und zack, zweieinhalb Stunden später ist man in Miami. Bis dahin hat es unterwegs weitgehend - nichts. Die Autobahn führt anfänglich zwar noch an den Küstenstädtchen der Westküste von Florida vorbei, dann geht es aber direkt in die Everglades, einer der grössten Grasflüsse der Welt. Links und rechts der Strasse sieht man nur Sumpfgras, Palmen und sonstiges Gesträuch und ab und zu ein unscheinbares Auto mit der Aufschrift „Sheriff“.
Nachdem wir uns am Flughafen in Miami wirklich nur ungern wieder von unserem fahrbaren Untersatz getrennt hatten, ging es weiter mit der Gepäckaufgabe und der Suche nach unserem Gate. Schon vor vier Jahren durchliefen wir dazu den ganzen Flughafen und fanden ganz zuhinterst - jedesmal zuhinterst - den Swiss-Schalter. Und der Flieger steht dann natürlich auch... Tada: Ganz zuhinterst! Für uns als „akklimatisierte pseudoamerikanische Bewegungsmuffel“ grundsätzlich doof, gleichzeitig aber eine gute Gelegenheit, wieder einmal richtig die Beine zu vertreten. Und schliesslich geht es jetzt ja auch noch für 9.5 Stunden in die „Sardinenbüchse“ des A330.
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