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Entdeckungsrunden

Montag, 18. März 2019

Gegen 6 Uhr war die Jüngste wieder fit - und wie! Der Jetlag lässt grüssen. Und natürlich wollte sie dann unbedingt alle Zimmer sehen. Alle! „Wow Papa, so cool, ihr händ en Färnseher im Schlofzimmer! Hesch i de Nacht Färnseh g’luegt?“


Schlafen wollte der kleine Troll dann nicht mehr, sie könnte ja etwas verpassen. So zogen Werner und ich gegen halb neun Uhr zum nächsten Starbucks und organisierten heldenhaft ein Frühstück für alle. Starbucks und die anderen bekannten Fastfoodketten gibt es hier an jeder Ecke. Genauso wie Publix, die amerikanische Variante von Coop. Nur viel grösser und schöner, also zumindest amerikanischer. Endlose Regale mit Gemüse, Salaten und Corn Flakes in allen Variationen. Auch alle nur erdenklichen Erscheinungsformen von Milch. Wer will schon normale Milch und nicht fett-, gluten- und laktosefreie Biomilch in 12 verschiedenen Variationen und von 20 verschiedenen Produzenten? Elina war als erste etwas überfordert und liess es sich lautstark anmerken. Gleich danach tat ich es ihr gleich und als wir dann die zwei zum bersten gefüllten Einkaufswagen auf dem Kassenband ausgebreitet hatten, ein netter Hinweis: „Diese Kasse bitte nur mit maximal zehn Gegenständen belegen.“ Ja klar, als ob es das in Amerika überhaupt geben würde, also jemand, der „nur“ 10 Dinge postet. Aber die Dame liess Gnade vor Recht ergehen und scannte mutig unsere Einkaufs-Ausbeute. An Elina konnte es diesmal nicht gelegen haben und ausnahmsweise auch nicht an meinem Charme. Sonja hatte sie wohl mit dem Versprechen überzeugt, dass wir das nächste Mal natürlich brav eine andere Kasse berücksichtigen würden.


Vor unserem Jagdausflug ins nächstgelegene Einkaufszentrum gab uns der Deutsche Björn im Haus noch die Einführung in die Ausstattung vor Ort. Ergebnis der Tour durch unser Feriendomizil: Niemand kann die Anordnung der Lichtschalter nachvollziehen 🤔, den Pool kann man heizen (in Florida?!), die Glastüre am Eingang hat einen Türspion (siehe Foto) und der Schalter um den Sprudeltopf beim Pool einzuschalten, ist am andern Ende des Hauses 🙄 Gut ja, das ist jetzt etwas übertrieben aber eine Türe, eine Hausecke und etwa 20 Meter liegen schon dazwischen. Wir sind hier halt in Amerika, da sind die Distanzen etwas grösser. Die scheinbar willkürliche und nicht nachvollziehbare Verteilung aller Schalter erklärt es aber nicht. Wahrscheinlich um die Feriengäste zu verwirren oder etwas auf Trab zu halten. Auch die Alarmanlage sollen wir besser ignorieren. Es weiss nämlich offenbar niemand von der Hausverwaltung, wie man sie wieder ausschalten würde. 😳 Wir seien hier aber in einer der sichersten Regionen des Landes, no worries!


Zudem erhalten wir eine Einführung in das amerikanische Abfall-Trennsystem. Wobei, mit trennen hat es nicht wirklich viel zu tun. Vor dem Haus stehen zwei Abfallcontainer, ein grüner und ein brauner: Braun, Hausabfall; grün Recycling. Ok? Naja, Recycling bedeute eben Glas, Karton, Papier, PET-Flaschen... Recycling eben. Und das alles in den gleichen Container. Der Inhalt werde dann von Latinos wieder sortiert - aha.


Nach dem Lunch im „Golden Arch Restaurant“ war Elina nicht mehr zu halten. Jetzt musste endlich der Pool getestet werden. Ist ja schliesslich schön warm - Poolheizung sei Dank!


Ein kleiner Abstecher zum nächsten Golfplatz brachte dann weitere Erkenntnisse: Offenbar wird hier beim Bau der Häuser eine besondere Strategie verwendet. Zuerst wird ein künstlicher See oder ein ganzer Golfplatz angelegt und dann werden drum herum Häuser gebaut. Diese können dann aufgrund der Lage (eben direkt am Golfplatz oder am See) viel teurer verkauft werden. So entstehen ganze Quartiere nach immer dem gleichen Schema. Dass auch die Häuser immer gleich aussehen - zumindest für das ungeschulte Durchschnittsauge eines Europäers - stört die Amis offenbar nicht wirklich. Oder sie haben es noch nicht gemerkt.


Auch immer wieder beeindruckend sind die „Wäscheleinen“, also die Strom- und Telefondrähte, die sich in jedem Quartier über die Strassen von Haus zu Haus ziehen. Für uns unvorstellbar, hier absolut normal. Und wenn dann der nächste Sturm die Masten und die leicht gebauten Häuser einmal mehr knickt, ist alles schnell wieder verdrahtet und aufgebaut. Yes we can!


Den Abend genossen wir auf dem Sitzplatz mit dem ersten Outdoor-Dinner dieses Jahres. Trotz der angenehmen Temperaturen verbreitete das Wetter bisher noch keine Ferienstimmung und morgen ist sogar Regen angesagt. Zeit also für Shopping 🤑


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Fotos

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